
Münchhausen oder Herrenhausen?
Eine besondere Schwierigkeit in der Zusammenarbeit der Baumschutzinitiative
mit dem Grünflächenamt war die Verlogenheit der Verwaltung.
Mehrfach wurden Vorwürfe abgestritten und erst nach langen, nervigen
Auseinandersetzungen zugegeben.
* Leinewasser oder Leitungswasser?
Ich hatte gesehen, wie im Sommer 1999 vor dem Wilhelm-Busch-Museum der
Rasen mit Leitungswasser gesprengt wurde - (wobei auch noch der
der Schlauch abgesprungen war und das teure Naß mit vollem Strahl
ungenutzt in den Gully lief!) - während die Bürger angehalten
wurden, Wasser zu sparen.
Ich sagte der Vorarbeiterin Bescheid und sie brachte die Sache sofort
in Ordnung. - Dann schrieb ich an den Leiter des Grünflächenamtes
und fragte, ob es notwendig sei, bei Wasserkanppheit den Rasen mit
Leitungswasser zu sprengen.
Er teilte mir mit, daß die Abteilung Herrenhausen ihm die Auskunft
gegeben hätte, es sei Leinewasser gewesen.
Ich hatte aber den roten Kopf des Hydranten der Stadtwerke gesehen und
schrieb zurück, es sei kein Leinewasser, sondern Leitungswasser
gewesen. Die Vorarbeiterin bestätigte meine Beobachtung und sagte,
daß dort gar kein Anschluß für Leinewasser ist. Weder
vor noch nach meinem Hinweis auf die Bestätigung der Vorarbeiterin
wurde sie nach dem Sachverhalt befragt, sodaß die Verantwortlichen
erst nach mehreren Anfragen zugaben, daß es Leitungswasser
war.
Beim Umbau des Museums wurde dann ein Anschluß für Leinewasser
eingerichtet.
* Die "Wurzelaffaire"
Beim Umbau des Rasenovals vor dem Museum beobachtete ich die Behandlung
der Wurzeln. Da sich eine große Menge abgetrennter Wurzeln angesammelt
hatte, wollte ich die Beweisstücke gern ausmessen und fotografieren
und legte sie zur Aufbewahrung (mit Einverständnis der Bauarbeiter)
unter den Bauwagen der dort tätigen Baufirma.
Aber als ich zurückkam, waren die Wurzeln verschwunden. - Die
Bauarbeiter sagten mir, die Gärtner vom Grünflächenamt hätte
sie abgeholt.
Ich schrieb an den Amtsleiter, daß mich das sehr geärgert
hätte und bat um Zugang zu den Wurzeln, um sie zu dokumentieren.
Er teilte mir mit, er hätte von der Abteilung Herrenhausen die
Auskunft erhalten, daß das Grünflächenamt keine Wurzeln
weggenommen hätte.
In der nächsten Bezirksratsitzung beklagte ich mich darüber
und der Amtsleiter versprach mir im Beisein einer grünen Ratsfrau,
die Wurzelaffaire aufzuklären - was er jedoch später wieder
bestritt. Der Verbleib der Wurzeln blieb jedenfalls ungeklärt,
weil die Abteilung Herrenhausen bei ihrer Aussage blieb, sie hätten
keine Wurzeln entführt.
Der Amtsleiter teilte mir daraufhin mit, daß er es ablehnt,
"kriminologische Untersuchungen" durchzuführen.
Dadurch war keine Beweisführung über das Ausmaß der
geschädigten Bäume bei der historischen Wiederherstellung des
Rasenovals möglich - was ihm offensichtlich nur recht war!
* Schlupflöcher
Die Poller gelten nur für die Bürger- während das
GFA daran vorbeifährt!
Ich habe mich mehrfach darüber beschwert, daß die Mitarbeiter des Grünflächenamtes Poller setzen und dann selbst daran vorbeifahren und eine sichtbare Fahrspur hinterlassen - auf der dann private Freizeitfahrer in den Park gelangen.
Am Ausgang des Georgengartens zur Friederikenbrücke hatte das Grünflächenamt einen Holzpoller aufgestellt - fuhr aber permanent daran vorbei. Als ich fragte, warum sie dort überhaupt einen Poller hingestellt hätten, antwortete mir die die Vorarbeiterin, er gelte nur für die Bürger.
Kurze Zeit später wurde dann der Holzpoller durch einen "Feuerwehrpoller"
zum Herausnehmen ersetzt (Kosten: Einige hundert Mark) - aber das Grünflächenamt
fuhr trotzdem wie gewohnt daran vorbei.
Ich fragte, wozu sie einen herausnehmbaren Poller dort hingestellt
hätten, wenn sie ihn gar nicht gebrauchen?
Aufgrund meiner wiederholten Beschwerden wurden nach einigen Jahren die abgefahrenen Büsche wieder nachgepflanzt - aber nur auf einer Seite.
Nun fahren die Trecker an der anderen Seite vorbei.
Als ich das wiederum beanstandete, stritt der Vorarbeiter ab, daß
die Fahrspuren vom Grünflächenamt sind - und fügte hinzu,
daß auch die abgefahrenen Ecken in der Allee keinen Zusammenhang
mit seinen Mitarbeitern hätten.
Diese Behauptung ist ebenfalls unwahr! Ich sehe die Fahrzeuge des Grünflächenamtes
fast täglich in der Allee über die Ecken fahren (was mir
darüberhinaus auch aus den eigenen Reihen bestätigt wurde!).
Ich habe zu den Mitarbeitern des Grünflächenamtes im Georgengarten
gesagt, daß mich diese Verlogenheit mehr ärgert als wenn
sie einen falschen Baum absägen...